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Über das Social Contract Lab

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https://socolab.vm.uni-freiburg.de/orsee/public/index.php?language=de 

 

Thematischer Überblick

Das Social Contract Laboratory (SoCoLab) dient der Durchführung von Laborexperimenten in der ordnungspolitischen Forschung und Lehre. Im Vordergrund steht die experimentelle Analyse gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Grundregeln, in deren Rahmen Gesellschaftsmitglieder und wirtschaftliche Akteure ihre ökonomischen und institutionellen Entscheidungen auf individueller sowie auf kollektiver Ebene treffen. Sowohl Fragen der Eignung und Bestätigung normativer Konstrukte (z.B. die Adäquatheit von Theorien, wie über Grundregeln entschieden werden sollte) als auch Probleme der positiven Analyse (z.B. wie entscheiden Gesellschaftsmitglieder über gemeinsame Grundregeln; welche Grundprobleme wie Gerechtigkeit, Effizienz und gesellschaftliche Nachhaltigkeit und deren spezifische Ausformung spielen dabei eine Rolle) sind hier Gegenstand von Untersuchungen.
 
SoCoLab ist grundsätzlich interdisziplinär veranlagt. Zu diesem Zweck fließen u.a. Ansätze und Methoden der politischen Philosophie, empirischen Sozialforschung, Politikwissenschaft, Soziologie, Psychologie und Wirtschaftswissenschaft in die Veranstaltungen und Untersuchungen ein. Es handelt sich somit um einen interdisziplinären Querschnittsbereich einer modernen Sozialvertrags- und Ordnungslehre. SoCoLab ist folglich für Beteiligungen aus anderen Disziplinen offen und kann entsprechend auch in interdisziplinären Verbünden für Studium und Forschung genutzt werden.
 
Für die moderne Ordnungsökonomik spielt die Sozialvertragstheorie eine herausragende Bedeutung. Im Gegensatz zu vielen anderen Verhaltensweisen ist das individuelle und kollektive Abstimmungsverhalten auf der Ebene der gesellschaftlichen Regelsetzung durch die experimentelle Wirtschaftsforschung noch wenig durchleuchtet worden. Dabei zeigen erste Untersuchungen, dass durchaus ein Entscheidungsverhalten auf der Regelebene gewählt wird, das den häufig als artifiziell kritisierten Ansprüchen der Sozialvertragstheorie, des Ordoliberalismus und der Konstitutionenökonomik nahe kommt. Anforderungen der einstimmigen Regelfestlegung und der Entscheidungen unter sozialvertraglicher Unsicherheit (Schleier der Unsicherheit bzw. Schleier der Unkenntnis) können getestet und spezifiziert werden. Experimente sollen hier helfen, die Reichweite der herkömmlichen Annahmen zu untersuchen oder gegebenenfalls neue Verhaltensgrundregeln und Verhaltensmuster zu formulieren, die die Grundordnung einer Gesellschaft bestimmen.
 
Um den Studierenden der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowie denen verwandter Disziplinen (u.a. Psychologie, Soziologie, Politologie, Philosophie, aber auch Neurowissenschaften) einen didaktisch ansprechenden Einblick in diesen in der Lehre wenig verbreiteten Ansatz zu bieten, werden als Lehr- und Lernprojekte des SoCoLab einfache Experimente mit intensiver Beteiligung und Betreuung Studierender durchgeführt. Didaktisches Ziel ist dabei zu studieren, ob, wie und worauf sich z.B. Studierende unter Laborbedingungen im Rahmen eines bestimmten Regelsetzungs- oder Ordnungsproblems sozialvertraglich einigen (können). Die Studierenden sollen dabei
  • lernen, die grundlegende Materie wie auch die empirischen Methoden kritisch zu prüfen,
  • alternative Lehransätze betrachten,
  • einen Einblick in die empirisch fundierte Sozialvertragslehre erhalten,
  • lernen, im Rahmen späterer Abschlußarbeiten oder weiterführender Forschung selbständig Experimente im Bereich der Sozialvertrags- und Ordnungslehre durchzuführen.
 
Beispiele für die thematische Ausrichtung von SoCoLab-Experimenten (classroom experiments, computerized experiments, field experiments) sind:
  • Sozialvertragliche Bestimmung von Einkommensverteilungsnormen
  • Experimente zu Existenz und Art des Schleiers der Unsicherheit
  • Vorkommen konstitutioneller utilitaristischer Wähler
  • Relevanz bestimmter Fairneßnormen: Regelpräferenzen und Regelfestlegung
  • Vetowähler und Outlaws: Partizipationsexperiment über Personenausschluß auf der Sozialvertragsebene
  • Experimente zum Abstraktionsniveau konstitutioneller Regeln
  • Wahl zwischen Diktatur und Demokratie: Experimente zu verfassungsmäßig erwünschten Herrschaftsformen
  • Hobbesscher anarchischer Dschungel vs. Lockeanische produktive Anarchie auf der Regelsetzungsebene
  • Explizite vs. implizite Gesellschaftsverträge: Verfassungsregeln vs. soziale Normen
  • Verfassungsmäßige Begrenzungen der Staatsverschuldung
  • Bedeutung der Privilegienfreiheit auf der Sozialvertragsebene
  • Ordnungspolitische Regeln im Spannungsfeld von Freiheit und Sicherheit
  • Ordnungspolitische Regelungen zur Managerentlohnung über Gift exchange-Experimente
  • Sozialvertragliche Entscheidungen zur Begrenzung politischer Macht
  • Sozialvertrag als gesellschaftlicher Konfliktlösungs- und/oder Koordinationsmechanismus
  • Bottom Up vs. Top Down-Verfassungen
  • Experiment zur Annahme von Sozialer Marktwirtschaft, Ordoliberalismus oder Laissez-faire-Liberalismus in der gesellschaftlichen Grundordnung
  • Politisierung oder Privatisierung als konstitutionelles Regulierungsproblem
  • Vom Modus Vivendi zur stabilen Verfassungsregel
  • Durchsetzung und Einhaltung ordnungspolitsicher Regeln
  • Experimentelle Studien zur Regelreform

 

Förderung

Das Lehr-Projekt "Interaktive ökonomische Experimente in großen Lehrveranstaltungen: Das Mobile Großlabor" des SoCoLab in der Abteilung wird durch den Innovationsfonds 2013 der Universität Freiburg gefördert. 

Das SoCoLab wurde bereits durch Mittel des "Innovationsfonds" 2010 und 2011 (jeweilige Wettbewerbe zur Unterstützung innovativer Lehrprojekte) sowie durch die Wissenschaftliche Gesellschaft der Universität Freiburg gefördert. Wir danken beiden Einrichtungen für ihre Unterstützung.

 

Universitätslehrpreis 2012

Die enge Verzahnung von Forschung und Lehre im SoCoLab wurde im Jahr 2012 mit dem Universitätslehrpreis der Universität Freiburg für das Seminar "Social Contract Laboratory" gewürdigt.

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